Workshop "Modellbasierte Entwicklung von Benutzungsschnittstellen"

Thema des Workshops

Informationstechnologie durchdringt immer mehr unsere täglichen Lebensräume. Informationsdienste lassen sich inzwischen nicht mehr nur auf dem PC oder mobilen Geräten, sondern auch über den Fernseher, die Spielkonsole, auf dem Kühlschrankdisplay, im Auto oder an den Maschinenkonsolen industrieller Arbeitsplätze nutzen. Während die abgerufenen Inhalte durch den Bedarf des Nutzers bestimmt sind, gibt das jeweils verwendete Gerät durch seine Hardware die Interaktionsform vor. Multi-Touch, Sprachsteuerung, Gesten oder eine Bedienung über Tastatur und Maus sind gängige Schnittstellen; zunehmend werden diese zu multimodalen Benutzungsschnittstellen kombiniert. Beispiele sind die Kombination von Sprache mit einer grafischen Benutzungsschnittstelle in Navigationssystemen, von Gesten mit grafischer Ausgabe in Spielkonsolen, oder die kontextabhängige Wahl der Interaktionsform in intelligenten Umgebungen, Wohnräumen oder einer Fabrik.

Diese Vielfalt von Plattformen und Modalitäten ist eine neue Herausforderung für die Entwicklung gebrauchstauglicher interaktiver Systeme. Ein vielversprechender Lösungsansatz ist die generische Modellierung von Benutzungsschnittstellen; damit lassen sich Dienste effizient auch für unterschiedliche Interaktionsplattformen entwickeln. Auch können noch unbekannte zukünftige Interaktionsformen mittels einer generischen Modellierung später adressiert werden.

Der Workshop widmet sich den aktuellen Fortschritten der modellbasierten Entwicklung von Benutzungsschnittstellen. Er setzt damit eine Themenreihe sehr erfolgreich durchgeführter Workshops fort. Von Interesse sind Methoden, Modelle und Werkzeuge zur Entwicklung von (multimodalen) Benutzungsschnittstellen, die Verbindung von Design und Laufzeit von Interaktiven Systemen in Form von ausführbaren Modellen, sowie Ansätze zur Verwaltung und Steuerung adaptiver Benutzungsschnittstellen (sog. Meta-Benutzungsschnittstellen).

Besondere Herausforderungen entstehen durch die wachsende Heterogenität der Zielgruppen (Stichwort demographischer Wandel), eine systembedingte Komplexitätssteigerung technischer Systeme gerade durch weitreichende Automatisierungskonzepte aufgrund arbeitsteiliger Prozesse und damit verbundenen Kompetenzverlusten, sowie durch hohe, mitunter auch gegenläufige, Anforderungen an Time-to-Market, Ästhetik, Gebrauchstauglichkeit und Kosteneffektivität von Mensch-Computer-Schnittstellen in industriellen Kontexten.

Ziel des Workshops ist die Zusammenführung von Wissenschaftlern und Praktikern im Bereich der modellbasierten Entwicklung von Benutzungsschnittstellen, um eine Bestandsaufnahme und Austausch über aktuelle Forschungsergebnisse im deutschsprachigen Raum zu ermöglichen. Des Weiteren soll langfristig eine deutsche Community zum Thema der modellbasierten Entwicklung von Benutzungsschnittstellen gefestigt werden. Der Workshop ist als offizieller Workshop der Fachgruppe Interaktive Systeme (ISY) des Fachbereiches Mensch-Computer-Interaktion (MCI) der GI geplant.

Adressatenkreis

Der Workshop richtet sich an deutschsprachige Wissenschaftlern und Praktiker aus dem universitären und industriellen Umfeld. Ziel ist es, Raum für den Ideen- und Meinungsaustausch zu bieten und die auf diesem Gebiet tätigen Wissenschaftler, Entwickler und Anwender zusammen zu bringen. Die Beiträge können sowohl abgeschlossene Fragestellungen behandeln, als auch neue Forschungsvorhaben und Fragestellungen diskutieren. Insbesondere bietet dieser Workshop Doktoranden und Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit sich mit erfahrenen Wissenschaftlern und Praktikern auszutauschen, Feedback zur eigenen Arbeit zu bekommen und Kooperationen zu initiieren.

Schwerpunkte des Workshops:

  • Entwicklungsumgebungen, Werkzeugen und Methoden zur modellbasierten Entwicklung von Benutzungsschnittstellen.
  • Unterstützung von Multimodalität in modellbasierten Ansätzen.
  • Modellkonstrukte und Beschreibungssprachen für die Kontextualisierung von Benutzungsschnittstellen in der Planung.
  • Ausführbare Modelle zur Überbrückung von Design-und Laufzeit sowie zur Kontextadaption.
  • Meta-Benutzungsschnittstellen zur Manipulation von Benutzungsschnittstellen zur Laufzeit und zur Steuerung der Adaption.
  • Modellbasierte (generische) Beschreibungssprachen für Benutzungsschnittstellen.
  • Modelle zur Berücksichtigung menschlicher Fähigkeiten und Leistungsgrenzen zur prospektiven oder reaktiven Anpassung von Benutzungsschnittstellen.
  • Integration von formalisiertem Usability Wissen (bspw. Styleguides, Regeln, HCI Muster) in den Generierungsprozess der modellbasierten Benutzungsschnittstelle.